F.M.R. - Inbegriff für liberale Konsequenz ... F.M.R.: April 2006

24 April 2006

In der Kaserne

Aaaach-tung! Schäuble holt den Arier raus.
Reeeeechts-um! Schönbohm vergisst nicht, dass er Bundeswehrgeneral war und wo einst der Feind stand.
Liiiinks-um! Benneter findet das natürlich "instinktlos", ihm "fehlen die Worte".
Abteilung-kehrt! Bückt euch!

Deutschland, ein Kasernenhof. Leute, akzeptiert das doch endlich: Hier fällste einfach auf mit der falschen Hautfarbe, dem falschen Akzent, ja - schon mit dem falschen Auto "beim Kunden", gar mit der falschen Autofarbe auf dem Führungskräfteparkplatz. "Parallelgesellschaften" - nicht möglich in einer Kaserne, in der nicht Mut und Freiwilligkeit, sondern Dienstplan und Nachtruhe herrschen. Blöde, dass nicht irgendeiner totgeschlagen wird und "man" einen anständigen, weil normalen Kriminalfall hat. Es ist leider nicht belustigend, wenn sich Generalbundesanwalt und andere Staatsträger nun drum streiten, wessen Schläger denn das jetzt waren.

10 April 2006

Frankreich, Lehre II: Was haben wir es gut!

Und dann beschlich mich folgender Gedanke ob der französischen Lösung: Würden bei uns Autos brennen, wenn dem Zentralkomitee einfiele, den Kündigungsschutz auch nur zu lockern?

Ich "fürchte", nein. Dazu neigt "der Deutsche" nicht. Er glaubt an den Staat, die Obrigkeit und den heiligen Akkord aus links rein, rechts raus, Arbeitsplätze "schaffen". Er macht mit. Er ist Deutschland. Er bleibt ruhig, denn das ist erste Bürgerpflicht.

Denn hier oder hier hat es anständige FührerInnen: Die große Koalition hat den festen Willen, die Probleme zu lösen und die Herausforderungen zu meistern, weil, mit Kreativität und Engagement wollen wir die ökologische Verantwortung stärken, für eine gerechte Modernisierung und für eine weltoffene und tolerante Gesellschaft kämpfen.

Na da bin ich ja beruhigt ;-)

Frankreich, Lehre I: Gewalt zählt, Gewalt siegt

Die französische Regierung war für einen Augenaufschlag der Geschichte nicht mehr Herrin über das Gewaltmonopol. Nun gab sie ebenso vernünftiger- wie (klar!) versagenderweise klein bei. Der Schaden ist groß, die Aufregung unwissend.

Es ist nicht neu: Erst "kauft" sich die Demokratie Macht per Privilegierung je opportuner Interessenslagen (welche, spielt keine Rolle), dann dreht das jeweilige Klientel den Spieß um, wann's passt, Motto: "Bewahrt den sozialen Frieden!" - dann brennt das Eigentum (hier: Autos) völlig Unschuldiger, schließlich bleibt's wie es dummerweise verbockt ist: Einmal Hand an den Markt gelegt, geht's nicht mehr ohne Knute (Staat) oder Brandsätze (Mob).

Frankreich und überall: Wo Markt durch Politik ersetzt wird, zahlen alle einen hohen unfreiwilligen Preis: Steuern, Arbeitslosigkeit, brennende Autos.