F.M.R. - Inbegriff für liberale Konsequenz ... F.M.R.: Juni 2006

26 Juni 2006

"Sammeln Sie Herzen?"

Oder Treupunkte? Haben Sie 'ne Bonuskarte, Kundenkarte?

Arrrghl - NEIIIIN!!

Ja bin ich denn euer Miles&More-Heini? Wo glaubt ihr, soll ich euer wertloses Plastik deponieren? In einer Geldbörse in Form eines Schuhkartons? ("Hier bitte, wühlen Sie mal nach meiner Kundenkarte von ihnen, hahahaha!!")

Bin ich euer Esel, dem man Möhren vor's Maul halten muss? Warum fragt ihr nicht direkt nach meinen persönlichen Daten, wie oft ich bei euch kaufe, welchen Weichspüler ich verwende (keinen!) und wie oft pro Woche ich mit meiner Frau... in den Zoo gehe (null mal ;-))? Und bietet mir dafür vielleicht Hundert Euro direkt bar auf die Kralle? Aha.

Interessiert ihr euch überhaupt für meine freie Entscheidung, bei euch einzukaufen - vielleicht, weil ich schon gut finde, was es zu welchem Preis bei euch gibt? Was soll die dämliche Fragerei, dieser gerade Betrugsversuch, diese dämliche Anmache auf Geheiß? SEHE ICH SO AUS?

Wie lange dauert es noch, bis diese Bescheuertste aller "Kundenbindungstools" wieder verschwindet? Ich beginne schon, einen Supermarkt weiter zu latschen, um nicht dort einzukaufen, wo man mich zum x-ten Male fragt (obwohl mich alle längst kennen inzwischen), ob ich "Herzen sammle".

22 Juni 2006

Comical Wally und "migratorisch suizidal"

... zitiert "Spiegel online" den Migrationsforscher Klaus Bade: Noch nie seien so viele Menschen aus Deutschland ausgewandert wie im vergangenen Jahr.

Wie anno dunnemal bei Comical Wally*: Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.

Und mir ham'se erzählt: "Geschichte darf sich nicht wiederholen".

Pah!

* = Walter Ulbricht

20 Juni 2006

Ich bin Schwarz-Rot-Gold!

Die Fähnchenzeiger, die Flaggen-Entblößer, die schwarzrotgold-Schminkstift-Schmierer haben doch tatsächlich die mindestens hundertsechsundfünfzigste deutsche "Nationalismus/Patriotismus-Debatte" (medial passim) ausgelöst. "Wir sind endlich normal!" Wie lachhaft.

Im Falle von Schwarz-Rot-Gold (auf dem Auto, aus dem Fenster, auf dem Trikot, als dreifarbiger Schminkstift fürs Gesicht u. dgl.) ist es eine schnelle, einfache, kostengünstige und vor allem eindeutige Möglichkeit, für bestimmte Zeit Aufmerksamkeit auf sich als Individuum zu lenken. Es ist ein Loslösen aus der scheinbaren Anonymität des preissenkenden Nicht-wahrgenommen-werdens. Die scheinbare besondere Erlaubtheit ist kein Gebot des "Normalen"; nur der Anlass macht's leicht; es ist ein fundamtentaler Unterschied zwischen der einen-meinen Fahne auf dem mein-einzelnen Auto und dem hirnlosen Mitbrüllen im Stadion. Hier das Ich, das Blicke will, dort die Masse, die nichts will, nichts ist. Fähnchenkäufer von heute gehen eher nicht zu jeder Fußballparty. Sie wollen sich abheben, nicht untergehen. Und, nicht zu vergessen, es ist freiwillig.

Aus diesem Blickwinkel begrüße ich das nur scheinbar Inflationäre an schwarzrotgoldengelbem Tuch. Die Farben selbst sind Zufall. Sie stehen als solche für rein gar nichts. Nicht das Zeichen, sondern das Setzen des Zeichens steht für zunehmendem Individualismus, und der ist notwendig fern von jeder zwangskollektivierenden Staatsvereinnahmung. Ganz anders als Herr Köhler, der das pflichtbeflissen gern hätt', kann ich einen neuen tollen Patriotismus, eine besondere oder plötzlich neue oder andere Gastfreundschaft oder gar endlich errungene nationale "Normalität" (worin die immer besteht) nicht erkennen. Die Fahne wird - anders als früher - als tempöräre Marke für's Ich benutzt, nicht wegen "Du-bist-Deutschland", sondern trotz dem. Die Wimpel haben zum Glück nix (mehr) mit dem Staat oder einer "Identifikation" (was auch das immer sei) mit ihm zu tun. Es ist eigentümlich und freiwillig. Der Rest ist Spiel. Nach dem 9. Juli wird bedauerlicherweise alles sein wie gehabt (nämlich weniger Partys) - und die Leopoldstraße "gehört" dann wieder dem Kfz-Steuerzahler. Köhler & Co., packt wieder ein: Da schwillt kein Bocksgesang.

19 Juni 2006

Intervenieren, wenn "gewaltoffen"? Oder Taxi fahren lassen?

Freitag vergangener Woche veranstaltete die "ELSA", die European Law Students Association, aus Anlass ihres 25jährigen Bestehens einen stilsicheren Vortragsabend an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Auf dem Podium saßen Prof. Dr. Günther Schmid (FH des Bundes für Öffentliche Verwaltung), Prof. Dr. Georg Nolte (Inst. f. Internationales Recht an der LMU), Dr. Rainer Stinner (FDP, MdB, Mitglied im Verteidungs- u. Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages), Dr. Rudolf Adam (Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik) und Prof. Dr. Christopher Daase (Geschwister-Scholl-Institut der LMU).

Für mich als Anhänger libertärer Ideen lohnt es kaum, das wiederzugeben, was die mehr (Adam) oder weniger (Stinner) großen Etatisten von sich gaben. Ausschließlich jeder befürwortete militärisches Intervenieren 'guter' Staaten in 'bösen' Staaten; die Unterschiede in den Rechtfertigungen waren bei allen Gut-Staat-Rednern lediglich gradueller Natur. Prosecco und Fingerfood im Anschluss erleichterten das Verdrängen des soeben Gehörten.

Ein Wort allerdings eines besonders stramm-aufrechten Befürworter des Einsatzes militärischer Gewalt zu etatistischen Zwecken blieb im Gedächtnis hängen, es kam von Professor Schmid im fassadensouveränen Brustton gelernter Selbstverständlichkeit: "Fading states, also zerfallende Staaten [etwa Kongo, BW] bedeuten 'gewaltoffene' Räume. Hier muss schnell und stringent mit militärischer Intervention entgegengetreten werden."

Abgesehen davon, dass solch eine Forderung leicht zu erheben ist, wenn man weiß, dass einem das ganze schöne Interveniere junger Gefreiter dann bombig daheim per n-tv ins Polit-Fernseh, a Glaserl Sekt in der Hand, geliefert wird, und abgesehen davon, dass sowas ja gewiss zuvor anständig von einem "demokratischen" Parlament "legitimiert" wird: Bemerkenswert ist die Behauptung, das Schwinden eines Staates sorge für so etwas wie "gewaltoffene Räume"- - zu "Anarchie und Chaos" natürlich. Nun, ich weiß nicht, was Professor Schmid darunter genau versteht (wahrscheinlich nix) - eins dürfte sicher sein: Das wohl aus fetter Bequemlichkeit hundsmiserable Menschenbild eines vorgeblichen Auf-Kosten-anderer-Beglücker; Schmid, sozial, westlich, deutsch, und, ganz sicher: Liberal! Prof. Noltes Einwand, die Akzeptanz militärischer Intervention in der Bevölkerung schwinde aktuell weiter, ist recht eigentlich kein Trost.

Man mag sich nicht ausmalen, was passiert, wenn, sagen wir, der deutsche Staat beginnt zu zerfallen? Wir werden es nicht erleben, doch - welche Camorra wird sich der sicher wohlhabende und intelligente Schmid anheuern seiner These zufolge, um sich mit offener Gewalt zu holen, was er durch produktive Arbeit nicht mehr verdienen wird? Aber vielleicht ist er ja ein guter Mensch, der beginnt, mit den Menschen seines Umfeldes regen Handel zu treiben... ungehindert von allem, was Staat sich zu nennen anmaßt. So, wie es 1989 für kurze Zeit in Dresden, Leipzig oder Berlin (Ost) gewesen ist: Da hat man jederzeit ein Taxi bekommen, für günstigste, freie Tarife, und die Autos waren nicht einheitlich in hellelfenbein lackiert.

Deutsche Hochschullehrer, Akademiker mit 'besten' Referenzen. Die wissen es einfach. Kritik gab es seitens

14 Juni 2006

Passiv-Politik schadet Ihrer Gesundheit

Damit wir uns richtig verstehen: Mir geht es nicht um das mögliche Tabakwerbeverbot als solches; die ideologischen Argumente dafür sind inzwischen so bekannt wie schlecht, denn nicht Tabakwerbung schädigt, sondern der Mensch, der aus freien Stücken zur Zigarette greift.

Es geht mir auch nicht um das vornehmlich in der sog. bürgerrechtsliberalen Diskussion bis zum Überdruss gerittene Thema der Bevormundung durch (nicht selbsternannte) Gutmenschen. Wer rauchen will, wird rauchen - da beißt die Maus kein Faden ab.

Einzig der Markteingriff tut weh - und zwar allen. Denn alle sind per Zwangskollektiv, qua Staatsbürgerschaft, mitgehangen: Das mögliche und höchstwahrscheinlich auch kommende Werbeverbot für Tabakprodukte (und weitergehende Einschränkungen in privatrechtliche Verhältnisse, etwa Rauchverbot in Gaststätten usw.) bedeutet einen massiven Eingriff ins Marktgeschehen. Obrigkeitliche Markteingriffe führen jedoch notwendig zu ausbleibender Produktion, womit Wohlstand entgeht. Entgangener Wohlstand wiederum lässt den inzwischen ohnehin schwachen globalen volkswirtschaftlichen Kapitalstock sinken. Dessen Folgen wiederum sind - wohlgemerkt bei gleichbleibender Zahl potentieller Verbraucher resp. Nachfrager : Depression, Armut, Hunger, Tod.

Individueller, freiwilliger, nur möglicher (Selbst-)Schaden wird also wieder einmal notwendig, und als Schaden für jeden unvermeidbar, zwangskollektiviert. Selbst der noch so passive Genuss von "EU" (heißt: auch wenn Sie nicht "wählen" gehen, etwa weil Sie diese Brüsseler Sch***e oder "Politik" überhaupt nicht interessiert) führt also präzise zu dem, wovor auf den Ziggi-Päckchen seit kurzem "gewarnt" wird. Wie war das nochmal mit der psychologischen Projektion?

Nachtrag (9:20 h):
Beim nochmaligen Durchlesen meines obigen Textes fällt mir auf, dass ich in einem Punkt ziemlich in die Falle getappt bin: Raucher "schaden" sich nicht - sie können sich gar nicht schaden. Kein Erwachsener kann sich je bewusst mit irgendetwas Schaden zufügen - ein Ding der Unmöglichkeit! In ihrem eigenen subjektivem Werturteil (und nur auf dieses kommt es an) rauchen sie, weil sie im Rauchen einen Nutzen sehen. Dass dieses Handeln objektiv möglicherweise gesundheitsschädlich ist gegenüber einem anderen Handeln (etwa, das Rauchen zu unterlassen), wissen sie nicht nur, sie kalkulieren dies in ihre Kosten/Nutzen-Erwägung mit ein und tragen damit alle Risiken (die auch Kosten sind), selbst. Normalerweise - denn, eine gewichtige Einschränkung gibt es dabei allerdings zu erwähnen: Da ein Raucher etwa als Angestellter, sofern er unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt, gesetzlich krankenversichert ist, werden seine (Gesundheits-)Kosten doch wieder zwangskollektiviert. Zwangskollektiv, Zwangskollektiv, Zwangskollektiv [Mir wird einmal mehr bewusst, wozu, besser: wogegen ich mit diesem Blog wertvolle Zeit opfere... - es ist immer dasselbe, und es wird Zeit, einmal meine Leser eindrücklich per Monitoraufdruck zu warnen ;-): Die Lektüre von F - M - R fügt Ihnen und Ihren Mitmenschen erheblichen Schaden zu und kann zu Langeweile führen]

08 Juni 2006

Sozialsozialistische Projektion

Der Anführer der Sozialsozialisten, Beck, liefert - wie nicht anders zu erwarten - ein Musterbeispiel für psychologische Projektion. Doch die Dankbarkeit steigt mir nicht mal zum Halse, um dort Gelegenheit zum Steckenbleiben zu haben.

Es ist und bleibt Betrug: Das Wohlfahrtsdiktat behält unter demokratischer Maske und zum Zwecke madiger Selbsterhaltung einen gehörigen Teil der Wertschöpfung ein für angeblich zugesicherte Umverteilungsleistungen. Doch die Zusicherung bröckelt, ja zerfällt unter der Last des Systems, weil sie zerfallen muss - nicht jedoch Einbehalt und Selbsterhalt der Bürokratie.

Die jetzt Entgrenzten, selbst unter Last (was sie wissen) - doch nur entgrenzt aufgrund eben solcherlei Systemtätigkeit - werden nun auf quasi-rassistische Weise zu Schuldigen, zu Sündenböcken gemacht. Nun, weder haben sie Lobby noch Kohle.

Fisch stinkt erst am Kopf, Signore Beck! Wann müffelt der Rest? Wann wird man sie [die Entgrenzten, schon als Gruppe konkretisiert, etwa 'Hartz-IV-Empfänger'] aus ihren Wohnungen holen? Die Scheiben ihrer Wohnungen einschlagen? Ihnen die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel verbieten? Ihnen zur Kennzeichnung einen gelben...

06 Juni 2006

Föderalismus: Dummheit oder Segen?

Bund - Land - Gemeinde. Das bin doch alles ich - als Deutscher, Bayer und Münchner! Alles auf einmal in (m)einer Person! Bin ich dumm?

Einerseits muss ich schmunzeln, wenn sich "Bund, Länder und Gemeinden" über die per Zwang einbehaltene Wertschöpfung streiten, über deren Verwendung ich aufgrund der "Komplexität des illegitim vergesellschafteteten Wissens" [Blankertz 1998] weder mitreden möchte (denn ich habe nicht "beschlossen, Politiker zu werden" [Hitler ca. 1922]), noch mitreden kann (auch nicht 'demokratisch', denn da stehen Personen, nicht Sachthemen zur [Aus-]Wahl), geschweige denn, mitentscheiden zu können - denn der allgemeinen Steuerpflicht kann ich mich nicht entziehen. Mit dem Zwang, Steuern "zu zahlen", bin ich automatisch jeglicher Entscheidungsgewalt enthoben. Be-vor-mundet im wahrsten Sinne des Wortes. Vormund ist aber nicht der Politiker; Vormund ist das trickreich entpersonalisierte Zwangssystem, für das letztlich niemand verantwortlich ist.

Andererseits bin ich noch halbfroh, dass "wir" diese Art des Föderalismus haben und keine relative, traditionsbedingte Staatszentralisation in französischer Form. Doch wieviel mehr bleibt vergleichsweise allein im deutschen föderalen Sieb hängen vom abgezweigten Anteil am Markt-Einkommen, bevor es sozialsozialistisch umverteilt wird? Sieb: Man steht immer wieder staundend vor dem Gebäude der Bayerischen Staatskanzlei, einem exzellenten Prunkbau. - Vielleicht meldet sich der eine oder andere hier mitlesende Politologe, der sich mit 'Vergleichender Regierungslehre' auseinandergesetzt hat und mich hierüber aufklärt.

Sage keiner, die Menschen wären zu dumm, ihr Nutzen-Interesse zu erkennen und ihre Verwirklichung nach Zweck/Mittelüberlegungen anzustreben. Noch dümmer als der aktuelle Haufen Staatsschulden ist dessen Differenzierung in die Schulden von "Bund, Länder und Gemeinden". Wer zahlt am Ende die Zeche?