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Unangestrengter (aus Sicht des Hörers) kann man nicht Trompete spielen. Helfen Sie sich, "runterzukommen".
Till Brönner: Oceana (2006) (Bild: Universal GmbH, Jim Rakete)
F.M.R. - Inbegriff für liberale Konsequenz ...
Freiheit, Markt, Recht.

Unangestrengter (aus Sicht des Hörers) kann man nicht Trompete spielen. Helfen Sie sich, "runterzukommen".
Till Brönner: Oceana (2006) (Bild: Universal GmbH, Jim Rakete)
von Bodo Wünsch
Heribert "nun-lasst-uns-für-das-Kollektiv-beten" Prantl vom Vorwärts von der Süddeutschen Zeitung, ein Muezzin des Etatismus, hat es mal wieder geschafft: In einem Kommentar von nur 85 Zeilen und 3297 Zeichen zu Köhlers njet zur Unterzeichnung des Gesetzes zur Privatisierung der Flugsicherung tauchen auf, selbstverständlich in streng affirmativer Hinsicht: 17 Mal das Wort "Staat" plus 3 mal "Staatlichkeit". Staat, Staat und nochmal Staat. Hosianna!
Nun ja. Bei Prantl weiß man, woran man ist ("weltoffen" und "Rechtsstaatsverteidiger" lobhudeln unbekannte Wiki-Autoren - viel eher erscheint er als der Archetypus des Linksintellektuellen, Prädikat edel). Im Alltagsgebrauch ist man sich dann nicht mehr so sicher. Wenn irgendjemand "Staat" in den Mund nimmt, dann ist er auf einmal da, der Staat, als ein abstrakt-fernes Etwas, wo schon mal die Augen glasig werden und die Gläubigen anheben zum Gebet auf "ihn", der personifizierten Unperson, dem Semitranszendentalen von der eigenen Scholle, von eigenem Blute, den irgendwie Verwandten; die meinen dann den BIG BROTHER (wenn es gut geht) oder den VATER (wenn es schlecht geht). Und es geht schlecht, Google liefert für "Vater Staat" 250.000 Treffer.
Dabei wäre es so simpel. Staat als eine Menge von Menschen unter Rechtsgesetzen. Recht als Inbegriff der Bedingungen der Handlungsfreiheit aller, einer Freiheit als Unabhängigkeit von der Willkür anderer, möglich und real unter Bedingungen der Rechtsherrschaft, in der Ordnung des Vernunftwillens, der wenigen Zwangsbefugnisse einer gedachten volonté générale, Zwang lediglich als Abwehr von Rechtsbruch, Freiheitszerstörung und Entmenschung.

Mit bildender Kunst halten wir es wie mit allem Ästhetischen: Es muss 1. spontan gefallen und 2. beim zweiten Blick (oder 'ne Nacht drüber geschlafen) - immer noch gefallen. Wenn wir hingegegen gezielt und mit bestimmter Vorstellung etwa nach einem Paar Schuhe suchen, finden wir - nix. Geht es Ihnen auch so?
Spontan. So halten wir es nicht nur mit allem Kulinarischem, Klingendem und Kleidendem, und, inzwischen gelernt, auch mit anderen Dingen der ganz persönlichen Lebensgestaltung.
* Rainer Kleemann, geb. 1962, Maler und DJ in Berlin