von Karl StritzingerBodo Wünsch hat an
dieser Stelle mit der Demaskierung Orwellschen Neusprechs schon begonnen.
Entsetzt hat mich kürzlich, daß das vermeintliche Zentralorgan wirtschaftlichen Liberalismus in Deutschland, das Handelsblatt, inzwischen dazu übergegangen ist, Schleierbegriffe aus den bundesrepublikanischen Wahrheitskommissionen unkritisch zu übernehmen.
Es
berichtet über die Hamburger Stiftung „Wertevolle Zukunft“, die sich in der Studie „Ethik-Monitor“ Gedanken macht über "Verteilungsgerechtigkeit" und Einstellung zu politischen und wirtschaftlichen Institutionen" der Bundesbürger.
„
Wertevolle Zukunft“ ist ohne „
Verteilungsgerechtigkeit" scheinbar nicht möglich.
Zentrale Frage ist folglich, wie sollte das (von den Bundesbürgern) erwirtschaftete Geld (um)verteilt werden. Der Gedanke, daß das von mir erwirtschaftete Geld oder Vermögen erst einmal mir und sonst keinem gehört, kommt den Vertretern von „Wertevolle Zukunft“ scheinbar gar nicht erst. Ich bekomme, was ich verdiene und was ich verdiene legt eine moralinsaure "
Ethikkommission" fest. Warum nicht gleich jakobinischer Wohlfahrtsausschuß?
Es folgt: Wie viel sind die Bundesbürger bereit, von ihrem Einkommen abzugeben für diejenigen, die auf so genannte Transferleistungen angewiesen sind? Warum ist jemand angewiesen? Ich bin nur bereit, freiwillig jemandem etwas zu geben, wenn ich mich mit eigenen Sinnen überzeugt habe, daß derjenige sich nicht aus eigener Kraft helfen kann. Ich erwarte aber auch, daß jeder in meinem Sinne Bedürftige soweit wie möglich sein Leid verringert, damit er nicht ewig am Tropf hängt. Die Wohlfahrtsausschüsse müssen's wohl besser wissen.
Wer mehr verdient, muß auch mehr Steuern zahlen. Das könnte man unter Umständen ja gerade noch hinnehmen, aber "ein
progressiver Steuersatz ist nach Meinung der Deutschen gut und richtig". Progressiv soll ja auch fortschrittlich heißen. Also nicht nur absolut mehr, sondern auch relativ zum Gesamteinkommen mehr.
Der Leiter der Studie, der Bamberger Professor
Joachim Behnke meint sogar: „Am meisten hat mich verblüfft, wie wenig Unterschiede es zwischen Anhängern der SPD und der Union gab.“ Demnach wäre etwa ein
einheitlicher Steuersatz, wie ihn zuletzt Paul Kirchhof im Bundestagswahlkampf 2005 vorgeschlagen hatte, den Unions-Wählern wohl nur schwer zu vermitteln gewesen…."
Also nichts mit Vereinfachung des Steuersystems - im Namen der Gerechtigkeit. Der Begriff Einheitssteuersatz soll suggerieren, daß alle die gleiche Steuer unabhängig von ihrem Einkommen zahlen. Pfui, wie ungerecht in der Verteilung! Bis zu
50 Prozent und mehr, finden die Deutschen, sollten gut Verdienende abgeben müssen. Ey Alter, rück mal en bischschen mehr Kohle raus, wa!
Deutschland auf dem Weg in die Schnorrergesellschaft mit Verteilungsgerechtigkeit als Staatsreligion?
Zumindest ein zutiefst sozialistischer Geist weht bereits heute schon über dem Land und die Priesterkaste der Ethik- und Zukunftskommissionen gibt ihren Segen dazu!
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