von Bodo Wünsch
Die Phrase "
... denn nach den Erfahrungen zweier Diktaturen auf deutschem Boden..." - gehört zu jenen Hohlheiten, die ich gerade wegen ihrer scheinbaren Harmlosigkeit so liebe (oder sollte ich sagen: wegen ihrer harmlosen Scheinheiligkeit?). In Wahrheit suggeriert der Spruch, auf deutschem (!) Boden (!!)* gäbe es heute
kein Diktat. Und deswegen kommt er entweder als Gedankenlosigkeit daher oder wird in den Mund genommen exakt von jenen Leuten, die schon stramm stehen, bevor einer gepfiffen hat.
Auch und gerade in unserem System drückt sich Macht durch (nicht ohne Grund längst monopolisierte)
Geld aus, genauer: durch Verfügung über eigenes oder fremdes (Kapital-)Vermögen. Der Teil des Gesamtvermögens (Y = Volkseinkommen), über den heute "auf deutschem Boden" am meisten verfügt wird, ist der fremde Teil, das Geld anderer also.
Bei einer echten Staatsquote (Staatsverschuldung, Mehrfachbesteuerung und den 'falschen' Konsum des Staates [z.B. Löhne, Bezüge und Pensionen für Staatsbedienstete] eingerechnet) von siebzig Prozent plus mag man kaum noch von einer "freiheitlich-demokratischen Grundordnung" sprechen, vor allem deswegen nicht, weil DU es nicht ändern kannst. Grundordnung? Ja. Demokratisch? Hier haperts schon (lange). Aber freiheitlich?
Verwechseln wir bitt'schön nicht die gefühlte mit der tatsächlichen Freiheit; denn wenn jeder "Werktätige" bis zum sog. "Steuerzahlertag" (dieses Jahr am
12. Juli 2007) ausschließlich für andere gezwungen wird, zu leben, dann - sprechen wir es aus: 'erfahren' wir die Unfreiheit eben ein drittes Mal. Was Dir gehört, gehört Dir eben nicht.
* "deutscher Boden" - man darf sich fragen, was damit gemeint ist. Vielleicht hofft, wer so spricht, darauf, dass Böden als solche irgendetwas besitzen oder aufweisen, was über ihre bloße geographisch-geologische Eigenschaft eben als Boden hinaus etwas von allem Recht und Moral Unabhängiges wäre... - vermutlich nichts, was mehr wäre, als der subjektiv-nationalistisch-kollektivistische 'Anspruch' von so Sprechenden selbst.Labels: Steuern, Steuerzahlertag