Kontrollverlust in der "rauchfreien" 30er-Zone
Wenn ich Bilanz ziehe für 2007, dann bin ich - persönlich - zufrieden.
"Politisch" bin ich es nicht. Das Maß an Kontrolle durch den großen unbekannten "Anderen", dem ich (angeblich) qua demokratischem Prinzip untergeordnet bin, hat subjektiv wie objektiv deutlich zugenommen. Damit einher geht notwendig der eigene Kontrollverlust über dieses eine kurze Leben, das ich habe, oder besser: zu führen habe.
Jedes Sinnieren über das "verdammt-womit-hängt-es-zusammen" bringt mich letztlich stets nur zu einer Erkenntnis: Es ist bei weitem nicht nur die materielle Kontrolle (via Steuerstaat) über das konkrete Leben im Hier und Jetzt, die "mein" Anderer über mich ausübt; es ist eine Art von Kontrolle, die mich zum potenziellen Feind meines 'Nächsten' macht: Aufgehetzt hat er uns gegeneinander, der Staat der angeblich "freiheitlich-demokratischen Grundordnung". Doch dieser Staat kommt Leuten mit einer Haltung zupass, die absolut an Obrigkeit und Autorität glauben, die niemals fragen - allein deswegen, weil sie Obrigkeit ist, und sei es in Form eines Straßenschildes, welches eine "30er Zone" ausweist, und das gelangweilten Rentnern in HJ-beiger Seniorenuniform "gestattet", wütend gestikulierend (und wahrlich rücksichtslos) vor Autos zu springen, die hier vielleicht schon 40 km/h fahren (so heute wiederholt erlebt, ich wohne an einer 30er Straße).
Am schlimmsten empfinde ich die Situation, in der sich heute zeigt: Wir sind beinahe gefangen in - ach was: VON einem Land, in dem hunderte Gesetze gelten, von deren Existenz wir nicht einmal etwas ahnen. Wenn Sie an einer Tankstelle etwa eine Tüte Kartoffelchips kaufen, dann tangiert dieser Akt sicher mindestens 60 Gesetze und Vorschriften; das beginnt mit der Ladenöffnungszeit (Tankstellenshops genießen eine Ausnahme) und hört mit der Bestimmung über die Inhaltsstoffe der Knabberei in der Tüte noch nicht auf. Die Kamera auf dem Hof nimmt das vielleicht letzte Bild von Ihnen und Ihrem Kfz-Kennzeichen auf.
Deutschland - eine politische 30er-Zone. Manche befahren sie erst nicht. Manche fahren in ihr schneller, als sie dürfen, blindwütig bespuckt von "Anwohnern". Ja, das könnte eine passende Metapher sein für das Leben 2007 in der durch und durch sozial-demokratisierten "BRD", in der Gastwirte hart bestraft werden können, deren Gäste (!) im eigenen (!!) Lokal zu rauchen wagen. Nicht der Staat wird sie kontrollieren etwa im Form einer Raucherpolizei; es werden wütende, spuckende Nichtraucher "Anzeige erstatten" und es geradezu genießen, dem Wirt nur damit zu drohen.
Prima. Und 2008? Werden sie das Tempo auf 25 oder gar auf 20 begrenzen? Wenn sie es können, werden sie es. Sie können es. Sie werden es. Wetten?
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